Hauk sieht landwirtschaftsfreundlichere Großwetterlage.
Über zwei Stunden stand Landesagrarminister Peter Hauk letzten Mittwoch in Edingen Rede und Antwort. Markus Schläfer und CDU-Bundestagskandidat Alexander Föhr begrüßten Hauk nachmittags in der Festscheune Koch, wo sich etliche Landwirte aus dem Wahlkreis eingefunden hatten und auch unser Alt-MdB Karl A. Lamers und CDU-Bundesvorstandsmitglied Dr. Bastian Schneider, der 2026 für den baden-württembergischen Landtag kandidieren will.
Föhr wies auf den Zusammenhang zwischen Gesundheit, seinem Fachgebiet, und guter Ernährung, Hauks Arbeitsbereich, hin.
Den Betrieben müsse mehr Wahl- und Entscheidungsfreiheit gelassen werden: Der Minister hat eine Liste mit 200 konkreten Vorschlägen aufgestellt, welche Vorschriften wegfallen sollten. Statt enger Vorschriften zahle sich Vertrauen in die Landwirte aus. Die Deutschen sollten sich nicht überall höhere als die EU-Mindeststandards leisten.
Das Gespräch berührte auch Aspekte der Energiewende. Hauk plädierte für hybride statt reine Photovoltaikanlagen auf Ackerflächen: Man könne Stromerzeugung und z.B. Obstanbau kombinieren und so die Flächen weiterhin für die landwirtschaftliche Produktion bewahren. Außerdem verteidigte Hauk den Mais- und Rapsanbau für Biosprit und Biogas, da hier viele Anliegen gleichzeitig erfüllt würden: Futter- und Nahrungsmittelherstellung; Erhalt landwirtschaftlicher Ackerfläche; Biogas aus landwirtschaftlichen Reststoffen könne 20 % des deutschen Gasbedarfs abdecken; die Beimischung von Biosprit zum Diesel könne eine deutliche Absenkung der Emissionswerte bewirken.
Hauk setzte sich für Biogasanlagen ein. Diese produzierten Abwärme und Strom, der bedarfsgerecht eingespeist werden könne und damit zur Versorgungssicherheit im Stromsektor beitrage, während Wind-und Solarstrom am wenigsten planbar seien.
Hauk tröstete die Anwesenden, dass sich der EU-Wahlsieg der konservativen Mitte positiv auf die Einstellung zur Landwirtschaft auswirke. Der neue EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Christophe Hansen – ein Luxemburger und Mitglied derselben christlich-sozialen Volkspartei wie einst Jean-Claude Juncker – treffe gegenüber den Landwirten den richtigen Ton und richte die EU-Agrarpolitik besser, nämlich auf die Menschen, aus.
Hauk weiß um die mangelnde Konkurrenzfähigkeit deutscher Familienbetriebe: 75 % des Obstes im deutschen Handel komme heute aus Südeuropa. Länder wie Ägypten und Marokko hätten sich auf Bioprodukte umgestellt, die sie billiger als hiesige Bauern anbieten können. Und auch die Lebensmittelketten setzten die Landwirte mit den geforderten Niedrigpreisen unter Druck. Die Anwesenden ergänzten noch einen Aspekt in diesem Wettbewerbsnachteil: Der Mindestlohn, den sie den Saisonarbeitern zahlen müssten, verteuere alles. Eine Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro würde für viele Betriebe das Aus bedeuten. (Hauk hatte sich einst um eine Ausnahmeregelung bei Saisonarbeitern bemüht.)
Eines wurde klar: Wollen wir die regionale und lokale Landwirtschaft erhalten, so müssen wir Konsumenten auch lokal und regional einkaufen – und wissen, was uns das wert ist. Eindringlich bat Hauk um die Wählerstimmen: „Wahlergebnisse sind die harte Währung“, nur mit einem Stimmenvorsprung könne man CDU-Positionen in einer Regierung umsetzen.