Überragendes Ergebnis für die CDU bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt
Die Spannung am Wahlabend am vergangenen Sonntag in Sachsen-Anhalt war bei den Beteiligten vor Ort mit den Händen zu greifen. Auch wenn die Prognosen schon im Vorfeld erkennen ließen, wie der Wähler tendenziell entscheiden würde, ist die Feststellung des amtlichen Ergebnisses dann noch mal etwas ganz anderes. Dass die CDU mit 37,1 Prozent ein überragendes Ergebnis (+7,3%) erzielen konnte, ist sowohl den politischen Inhalten der CDU, wie auch der Personen des aktuellen und zukünftigen Ministerpräsidenten Reiner Haseloff zu verdanken. Wie auch schon bei den diesjährigen Landtagswahlen im März in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz machte sich neben den politischen Inhalten ein Amtsbonus für den aktuellen Amtsinhaber bemerkbar. Offensichtlich hat die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler sich für eine Fortführung der Landesregierung unter Führung der CDU entschieden. Das Abschneiden der anderen Parteien ist ebenfalls aufschlussreich. Die stärksten Verluste hat die Linke (11%) mit -5,3 Prozent zu verzeichnen. Gefolgt von der AFD (20.8%) mit -3,5% Prozent und der SPD (8,4%) mit -2,2 Prozent. Die Grünen verharren nahezu unverändert bei bescheidenen 5,7 Prozent. Der seit Wochen medial gehypte grüne „Baerbock-Zug“ ist bei dieser Wahl vorerst heftig ins Stocken geraten, um nicht zu sagen, er musste eine Vollbremsung hinlegen. Nun muss man aber auch fairerweise konstatieren, dass Landtagswahlen nur bedingt miteinander vergleichbar und eben auch keine Bundestagswahlen sind und vieles von regionalen Strukturen, spezifischen Umständen und einzelnen Personen bei solchen Wahlen abhängig ist. Isoliert betrachtet ist dieses Wahlergebnis für die CDU sehr erfreulich, auch wenn die Freude durch die Stärke der AFD und der Links-Partei sowie die Zunahme der Nichtwähler und der „Sonstigen“, getrübt ist. Wenn ein erheblicher Teil der Bevölkerung - nämlich rund 40% - nicht (mehr) wählen geht oder sich nach extremeren Alternativen rechts und links der bürgerlichen Mitte umschaut, ist dies ein klares Indiz dafür, dass Teile der Bevölkerung sich durch die Politik nicht mehr angesprochen und vertreten fühlen. Es ist also Aufgabe aller Parteien und der Gesellschaft als Ganzes sowie des einzelnen Bürgers wieder stärker miteinander in Dialog zu treten um gemeinsam nach Antworten zu suchen und Lösungen für die aktuellen Herausforderungen der Zukunft zu finden.
(LS)